Late - but here I am !!!

Man, das Jahr ist fast rum, langsam Zeit für ein kurzes Statement 2009. Diese Verzögerung liegt nicht an mir, ich wollt's nur mal sagen. Immer, wenn ich mit meiner Buchautorin in Erinnerungen schwelgen wollte, hatte sie was wichtigeres vor. Als wenn es etwas wichtigeres gibt als mich! Doch............. gibt's tatsächlich: Kotflügelhalterungen schweissen lassen zum Beispiel!!! Supereinstieg in den Jahresrückblick 2009. Also, pack ma's.
Wie man sofort erkennt, die Traumgegend, das Team, die Serpentinen, der Spass...... alles noch beim alten. Und beim alten ist natürlich auch das alte, holprige Katzenaugenpflaster auf den grossen Bergen!





Und somit sind wir auch schon bei Phoebe, unserem Bordmechaniker. Leichte Aufgabe: Kopf über Bord beim Fahren und schön Meldung machen. Achtung, kleiner Soundcheck:

1 x bellen: Kotflügel klappert.
2 x bellen: Kotflügel bewegt sich.
3 x bellen: Kotflügel fliiiiegt.

Nachdem das geklärt ist, machen wir wunderschöne Touren und die Kotflügel finden wir auch immer wieder. Und Marion ist ja nun mal so eine, die braucht Aufgaben, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommt. Also kennt sie mittlerweile rund um Hannover und rund um Locarno alle Werkstätten, die Edelstahl schweissen können. Aber so wirklich glücklich ist Chris damit nicht (wegen der sexy Schweisser!).



Pfingsten 2009, wir sitzen gemütlich in der Sonne am Lago Maggiore beim Cappuchino. Doch dann, eine wichtige Radiomeldung: "Schneechaos auf dem Gotthard". Hey Leute, 'zig 1000 Tonnen Schnee werden bewegt und das ohne uns, das geht ja gar nicht. Also nüscht wie hin zum Snowwatching.
Und der Weg lohnt sich. Es ist schon gigantisch, nur das mir vor einer 13 m hohen Schneemauer schon ein bisserl mulmig im Motorraum wird! Ich hoffe, dass der Schnee gut pappt, sonst wär ich, glaub ich, ziemlich platt. Wow, erkennt ihr meine dichterische Ader???

Für den nächsten Ausflug haben wir dann aber doch wieder ein paar Grad mehr geordert, packen unsere Badetasche und starten 'ne Sightseeing-Picknick-Badetour zum Comersee. Ich hoff ja immer auf ein Treffen mit George Clooney, aber bisher.... niente. Schade eigentlich, wobei der Comersee auch ohne ihn durchaus seine Reize hat. Wenn nicht...... !?!?!
Wenn nicht mitten in Como, high noon, 32° (gefühlte 39,5°), auf der Suche nach einem Parkplatz, um besagte Badetasche zum Einsatz bringen zu können, mein Kupplungszug reissen würde. Aber er tut's! Erst macht es plopp, dann schwingt das Kupplungspedal lässig hin und her, dann ertönen (völlig ungewöhnlich für ihn) sehr unschöne Äusserungen aus Chris seinem Munde und dann rollen wir sachte mitten auf einer ziemlich stark befahrenen Strasse aus. Supi.... wer will schon bei 32° baden? Man parkt mich also mitten auf dem Fussweg, Marion schreibt ein paar nette Zeilen so mit "Macchina non funktionale" usw. und dann machen sich die vier auf den Weg.




Und der Weg wird laaaaang und heiss und nervenzerreissend, aber dank einem engagierten Mechaniker in der 3. Werkstatt, der einen Kupplungszug per Eilboten liefern lässt, kommen sie um 17.30 Uhr wieder angeschlappt und komplettieren mich ratzfatz. Und das coolste ist....... die lachen immer noch. Echt der Hammer, kriegen die sich eigentlich nie in die Flicken???



Ok, weiter im Text. Heute wollen wir einem Geheimtipp folgen. 17 km Serpentinen hoch in den Monte Motti zu einem kleinen Grotto mit lecker Überraschungsessen ohne Speisekarte incl. Traumausblick. Hey, Volltreffer, alles prima. Phoebe testet ihren Mut am Abgrund, nette Leute zum Klönen und mich bestaunen, langsam geht die Sonne unter, alle sind satt und zufrieden und als es dann fast dunkel ist, machen wir uns auf den Heimweg. Freundlich, wie wir nun mal sind, wollen wir zum Abschied nett hupen. Huch, die Hupe war aber verflucht leise und Chris guckt auch schon wieder mal etwas kariert.



Supi, die Lichtmaschine ist im Eimer! Für die Heimreise gibt es daher nur eine einzige Möglichkeit, die da heisst: Strom sparen und ohne Motor die unbefestigte, schmale, holprige und mittlerweile ziemlich stockefinstere Serpentinenstrasse runter!!! Nee echt, prima, Marion springt die Vorfreude förmlich aus dem Gesicht. Und aus genau diesem Grund wird diese Fahrt auch nicht dokomentarisch festgehalten, irgendwie ist sie mehr mit Ohnmachtsanfällen und sich selbst festhalten beschäftigt.
Aber (und da hat ja wohl keiner dran gezweifelt) Chris bringt uns natürlich alle heil nach Hause, treibt am nächsten Tag natürlich auch gleich 'ne neue Lichtmaschine für satte 390 Schwitzer Fränklis auf und baut sie natürlich auch sofort wieder ein.
Was auf gut schweitzer-deutsch heisst: ICH BIN WIEDER IM GESCHÄFT!!! Und darum brechen wir auch bald wieder zu neuen Abenteuern auf.



Neben vielen Superpässen, um die Tage auszufüllen, gibt es da aber natürlich auch noch die langen Abende, an denen über verbesserungswürdige kleine Fehler meinerseits nachgedacht wird. Und so entsteht dann auch diese Wahnsinnskonstruktion von Kotflügelhalterng, die dann sofort umgesetzt wird. Ich hab dadurch zwar ein paar Löcher mehr in der Karosse, aber halten tut's bombig und wir haben mal wieder ein Problem weniger.



Die nächste Zeit lass ich sie erst mal in dem Glauben, alles ist gut. Wir düsen kreuz und quer durch die Schweiz, geniessen unsere gemeinsame Zeit und haben mittlerweile fast 20000 km auf dem Buckel.

Hey, das geht ja garnicht!!! Hört sich ja fast schon voll langweilig an. Und darum denk ich mir halt was neues aus, um die Sache spannend zu halten. Ich mach einfach auf dicke Hose und nehm das Gas nicht mehr zurück. Man stelle sich vor: Man fährt in so ein verträumtes, kleines, ruhiges, schweizer Dörfli rein und möchte am Zebrastreifen so eine süsse, kleine, schweizer Omi rüber lassen..... und der Motor dreht volle Kanne hoch!!! Was meint ihr, wie flott s'Omili auf einmal wird?

Chris findet's lustig, aber Marion findet, es muss ein neuer Vergaser her.




Also stürzt sie sich auf Ebay und ersteigert für schlappe 25,13 € einen 2CV-Vergaser. Dann muss der Chef mal wieder ran. Kurzes zerlegen, reinigen, Dichtungen erneuern und wieder zusammen bauen. PASST!!! Probefahrt erfolgreich absolviert, ich schnurre wie nie zuvor. Was uns auf eine spektakuläre Idee bringt. Wenn ich doch so super drauf bin und nix mehr klappert, abfällt, reisst oder bricht, da könnten wir doch eigentlich 2010 mal was ganz verrücktes tun.

1600 km in 3 Tagen und Nächten, dass wär's doch oder!? Zugeguckt haben wir ja schon ein paar Mal, jetzt wollen wir's selber wissen. Und darum werden wir, wenn alles klappt,


die MILLE MIGLIA 2010 mitfahren!!!