Pannenserie Frühling 08

Hi allerseits, da bin ich wieder! Frisch aus dem Winterschlaf erwacht, melde ich mich in gewohnt spektakulärer Art und Weise zurück. Eigentlich hab ich gar keinen gemacht, aber meinen Leuten waren bei unseren Winterausflügen wohl die Finger eingefroren, jedenfalls haben wir keine Fotos davon. Egal, wurscht, jetzt geht's jedenfalls wieder mit Vollgas los. DACHTE ICH MIR SO.....
April 08: Die Morgensonne strahlt, milde Frühlingstemperaturen, die Vöglein zwitschern, fast ein bischen romantische Stimmung... Soll ich weitersülzen oder zum Punkt kommen? Okay, der Punkt ist, dass wir drei uns spontan entschließen, eine Saisonstarttestfahrt durch den Harz zu unternehmen. Fängt auch prima an. Wie immer perfekte Strassenlage, Wahnsinnsbeschleunigung aus jeder noch so scharfen Kurve, irrer Aufmerksamkeitsfaktor... wenn bloß dieses bestialische Stinken nach faulen Eiern nicht wäre. Und dann passiert es, ich streike! Und zwar ziemlich genau bei Kilometerstand 11500. Und der arme Chris muss auch noch den Kopf in mich reinstecken, um die Stinkursache zu finden. Das ist genau das, was er jetzt so braucht!!!



Ok, im Elektriktkäschtle war's schon mal nicht, also Motorhäubchen aufmachen. Ein Kennerblick vom Fachmann genügt, wobei das auch ein Laie gesehen hätte. Na, Leute, wie sieht eine Autobatterie aus? Richtig, rechteckig. Meine nicht, meine ist ziemlich ausgebeult, um nicht zu sagen, ziemlich oval bis fast rund und vor allem ---- kochendheiß! Nach einer längeren Abkühlphase kriegt sie zwar wieder 'ne einigermaßen Form, aber sie stinkt noch genauso und ist schlicht gesagt total im Eimer. Wie gut, dass wir die ADAC PLUS Karte haben!

Hallooo! Nur weil ich ein bischen altertümlich aussehe, müssen die mir doch keinen Abschleppdienst von anno dazumal schicken. Etwas komfortabler hatte ich mir meine Heimreise eigentlich schon vorgestellt.


Na bitte, geht doch! Das letzte Mal, als ich so gereist bin, haben die beiden mich zu meinem Komplettumstyling abgeholt und das ist jetzt immerhin schon fast 2 Jahre her. Kinder, wie die Zeit vergeht.....


Also, ich bin's ja gewohnt im Mittelpunkt zu stehen, aber
eigentlich liebe ich es mehr, durch rasante Fahrweise oder
so aufzufallen. Jetzt sind die Blicke doch irgendwie mehr
so von mitleidig bis belustigt und das finde ich, ehrlich
gesagt, so'n bischen blöde!
Eins muß ich ja zugeben, von hier oben hat man 'ne coole Aussicht und ich kann mich mal voll entspannen. Der ganze Stress mit Kurve anvisieren, im richtigen Winkel reindüsen, nicht hinten ausbrechen, alles nicht nötig!

Also, rauf auf die Autobahn, zurücklehnen und ratzfatz sind wir schon in Letter. Leinen los und runter, ich brauch doch lieber wieder selber Asphalt unter den Rädern, ist mir immer noch am liebsten!

Und dann fällt er ------ jener unheilvolle Satz von Chris: "Hey, das machen wir jetzt immer so. Nach einem schönen Ausflug lassen wir uns einfach vom ADAC nach Hause fahren. Voll spritsparend!!!"

Ok, zum Fotografieren ist den Herrschaften die nächste Zeit nicht mehr, aber aufzählen tu ich's trotzdem mal kurz. Also, achtet auf untenstehende tabellarische Auflistung!!!

Kilometer 11500: Das war der Anfang von's Janze, also obenstehende Geschichte. Letztendlich hat Chris zu Hause in Ruhe den Fehler natürlich schnell gefunden. Der Lichtmaschinenregler war defekt und darum hatte ich statt 13,4 V volle 16 V drauf. Da soll einem doch wohl die Batterie überkochen, oder!?
Kilometer 11700: Der nächste Wohlfühlausflug! Ich sag nur HAMBURG JUNGFERNSTIEG, Sonne, gute Laune (noch), shopping, Cappuchino, tausende Leute, geplante Abfahrt und dann nix mehr... Also ich meine bei mir nix mehr, null, nada, nothing, kein Piep. Marion hinters Steuer, Chris hinter mich zum Schieben, hinter Chris ca. 15 hupende Autos mit 'ner türkischen Hochzeit... Okay, nach dem 6. Versuch tun mir die beiden dann doch etwas leid und ich kratze meine sämtlichen Reserven zusammen und spring an, aber nur, weil Marion's Augen schon ganz leicht panisch aussehen. Aber kaum sind wir auf der Autobahn, fällt mir Chris sein Spruch von wegen ADAC, spritsparen usw. wieder ein. Recht hat er, also langsam mit Hoppeln anfangen, mal richtig laut fehlzünden und dann vooorsichtig ausrollen. Den Rest kennt ihr, siehe oben! ADAC, Abschleppwagen, gemütlich nach Hause, aber ich werd das Gefühl nicht los, Chris hat das mit dem Spruch nicht so ernst gemeint! Diesmal sind es übrigens die Kohlen in der Lichtmaschine, die komplett weggebrochen sind.
Kilometer 12000: Eigentlich will Chris nur flott Brötchen holen, aber auf einmal scheppert's mächtig auf hinten rechts aussen. Klasse, der Kotflügelhalter ist unten glatt durchgebrochen. Ok, ab nach Hause, natürlich ohne Brötchen, Halter abbauen, jemanden suchen der Edelstahl schweißt, finden, schweißen lassen, anbauen, prima, alles wieder fein. Oder?
Kilometer 12050: Immerhin, 50 km weit bin ich schon mal wieder gekommen seit der letzten Panne. Doch auf dem Weg zu Marion's Papa macht es plötzlich "plopp" und mein schöner Gaszug ist gerissen. Klasse, affenheiß, mitten auf der Landstrasse und den einzigen Parkplatz unter einem wunderbar schattenspendenden Baum findet Chris blöde. Manchmal ist er halt ein etwas bockiges Schweizerlein. Also zischt Marion ab untern Baum und Chris verkürzt schwitzenderweise meinen Gaszug. So komm ich wenigstens erstmal nach Haus und da wird dann flott ein Neuer bestellt (also Gaszug, nicht Schweizer!).
Kilometer 12200: Heute werd ich mal eben demonstrieren, dass so ein Kotflügelhalter nicht nur unten, sondern auch oben mögliche Bruchstellen aufweisen kann. Und da ich ja auch durchaus dramaturgische Züge an mir habe, schmeiße ich diesmal beim Brechen auch kurzerhand den Kotflügel bei voller Fahrt auf die Landstrasse. Cool, voll gelungen, der Auftritt. 'Nen Laden, der gut schweißen kann, kennen wir ja mittlerweile und den Kotflügel kann man schließlich in England bestellen. Ok, es sind einige Wochen Lieferzeit, aber mit ein bischen Flickzeug und Farbe kann man den Alten bis dahin noch durchaus benutzen.

Kann man ja eigentlich nur hoffen, dass ich jetzt erst mal komplett durchrepariert bin und im anstehenden Urlaub mal ein bischen länger durchhalte. Schließlich muss ich mir Marion's Vertrauen erst mal wieder zurück erobern. Da fielen doch bei ihr tatsächlich so unschöne Worte wie "alte Hulle" oder "blöde Kiste". Und alleine fahren will sie mit mir auch nicht mehr. Schade eigentlich!