Lago Maggiore, ich komme! Mai 2008

Auch wenn's Marion irgendwie noch nicht so realisiert, ich bin voll durchrepariert und bereit zu neuen Schandtaten. Verschiedene wichtige Gründe (die da heißen: Piper, Phoebe und Marion's Rücken) haben jedoch dazu geführt, dass ich die lange Anreise bis nach Bella Italia luxeriös auf meinem neuen fahrbaren Untersatz absolviere. Also winke, winke zu Oma, entspannt zurücklehnen und die da vorne mal machen lassen



Und da wir drei die perfekten Mitfahrer sind und nicht ständig ein Eis wollen oder pinkeln müssen, sind wir auch ratzfatz in Freiburg, wo wir uns erstmal schön ausruhen (und Piper das Hotelzimmer vollkotzt!).


Am nächsten Morgen ist sie aber wieder topfit, allerdings schwächelt der X3. Tja, ist doch immer mein Reden, ist halt keine Konkurenz für mich. Ok, leicht geschummelt, aber die Vorstellung ist schon cool... Den Autozug nehmen wir in Wahrheit nur wegen der hohen Berge.



Das Gute an so 'nem Autozug ist ganz klar, dass es ohne
Stau vorwärts geht und sogar noch Zeit zum Kuscheln ist.

Spaceer So, das ist also die berühmte, frische Schweizer Bergluft.
Spaceer Riecht ja eigentlich ganz gut!



Und dann sind wir endlich da und ich darf runter. So langsam hatte ich auch keinen Bock mehr. Jedenfalls werden wir auf Fano's Farm supernett von Ileana, Mama Elfi, vielen Hunden, noch vieleren Pferden und, ach du Schreck, einem Fohlen mit Gipsbeinen empfangen. Die Ärmste, zu lange Beine für zu kurze Bänder. Aber so viel vorne weg, nach vier Wochen kommt der Gips ab und sie stakselt in eine noch etwas wackelige, aber gesunde Zukunft.


Phoebe und Piper sichern sich natürlich sofort die besten Plätze. Der Rest des Clans kriegt großzügigierweise ein paar Liegen in der zweiten Reihe ab. Muss für die Hobbits reichen !!!




Und genug Ferienfreunde sind für die Beiden auch da. Hier gibt's nämlich Spotty, Mork, Shrek, Mindy und Scizzo und HÜHNER. Mit denen würde Piper am liebsten den ganzen Tag "Fang das Huhn" spielen!

Piper's Blick sagt alles: "Echt, lieber Gott, ich schwör's, ich hab hier nur dumm rum gestanden und es ist mit einfach so ins Maul geflattert." In Phoebe erwacht natürlich sofort der spanische Strassenköter: "Entweder du teilst mit mir oder ich verpetz dich voll!"





Und dann, nach den ersten Kurztrips, komm endlich ich so richtig ins Spiel und wir starten zur ersten großen Tour. So zu fünft ist das immer ein ganz schönes Unterfangen. Aber Marion hat in ihrer frühen Jugend mal einen Ikebanakursus belegt. Wer's nicht weiss, das ist eine japanische Falttechnik. Und so gelingt es halt auch erstaunlicherweise immer wieder, unser Riesenbaby Piper mitzunehmen.

Also, auf durch die wunderschöne Gegend bis an den Ortasee, wo wir den Schweizer Teil der Familie treffen.


Das Örtchen Orta ist echt schön und wird erstmal zu Fuß erkundet. Aber die Männer machen natürlich schon bald schlapp und nach einer kleinen Siesta mit Aufputschcappuchino kapern alle ein Boot und schippern auf die "Isola di Silencio". Was Chris natürlich zu dem Kommentar verleitet, dass Marion da ja eigentlich ziemlich fehl am Platze ist !!! Na ja, was sich liebt.......



Bei der Bootstour haben jedenfalls allesamt ihren Spaß, weil Piper nämlich am liebsten über Bord gehen würde. Warum paddeln hier aber auch überall Enten um's Boot ?




Wieder am sicheren Ufer angekommen, machen Siggi und Chris noch 'ne kleine Spritztour mit mir und dann nimmt Chefnavigator Phoebe wieder ihren Platz ein und bringt uns alle sicher zurück auf Fano's Farm.




Immer wieder einen Ausflug wert: ASCONA.

Egal ob die wunderschöne Promenade, die engen Gassen oder der traumhafte Blick über den Lago Maggiore, eine Reise hierher lohnt sich auf jeden Fall.

Jeden Tag ein anderes Ziel und jeden Tag viele neue schöne Eindrücke. Heute geht's ins Valle Versazca. Und wieder erwartet uns ein Supertag. Ich schwing meine Achsen elegant durch die unzähligen Serpentinen und stell mal wieder fest, dass es doch reizvollere Herausforderungen gibt, als es mir die Strassen rund um Hannover bieten.
Den ersten Stopp legen wir an der Staumauer ein. Hier wird die Versazca zum Lago di Vogorno gestaut und Marion kriegt mal wieder so ein komisches Ziehen im Bauch.....das kriegt sie immer, wenn sie Schiss hat! Dabei muss sie doch nur über's Mäuerchen gucken und das sind nur schlappe 220 m. Mutige Leute springen hier am Bungeeseil runter. Schade, heute ist kein Mutiger hier.




Doch, einen Mutigen finden wir doch noch. Klaus tauscht mit Marion die Plätze und dann geht's los. Kleines Rennen zwischen Spycher im racinggreen Lomax gegen Kawlowski im silberpfeilfarbenen Renault Espace. Dank meiner Wendigkeit und Chris seinem Können und Rosi's leichten Panikattacken schluckt die "Weiberfraktion" natürlich nur meinen Staub.




Den nächsten Stopp legen wir an der bekannten Ponte Lavertezzo ein. Marion ist mal wieder völlig hin und weg von der wilden Schönheit dieser Gegend. Sie hat bloß Bammel, dass ihre Schätzchen die glatten Felsen runterflutschen.




Tun sie natürlich nicht und nach einer klitzekleinen Wanderung düsen wir noch bis ans Ende des Tales, um von dort aus, na was wohl.....?



Richtig, prima...... eine größere Wanderung zu machen. Hallo, sind wir Bergziegen oder Hunde? Kann vielleicht mal jemand bei Frauchen die Batterien rausnehmen? Und ausserdem hatte Chris doch irgendwas von Tessiner Brotzeitteller erzählt.

Irgendwie schaffen es dann doch alle, ihre geschundenen Knochen wieder Richtung Parkplatz zu schleppen und um dem Ganzen noch den Rest zu geben, schnappt sich Marion auch noch meine Schlüssel und kurvt uns in ihrer gewohnt ruhigen Weise nach Hause. Puh.....

Nach dem anstrengenden Tag findet Rosi dann sogar noch einen fesselnden Ausgleich. Was man doch auch im hohen Alter alles noch so über seine "Feuchtgebiete" lernen kann...!!!




Und dann heisst es, alle rein in die Renner, die Racingbrillen auf die Schnauze, ab auf die Piste und Gas geben. Denn dann ist er endlich da, jener so heißersehnte Tag, auf den wir alle schon sehnsüchtig warten. Wir schreiben das Jahr 2008, den 15. Mai in Brescia, Start der


MILLE MIGLIA !!!


So nach und nach trudeln alle Teilnehmer mehr oder weniger
selbstständig ein und mal wieder ist einer schöner als der
andere (wir reden hier natürlich von den Fahrzeugen!!!).

     Und damit an so einem heißen Renntag wie heute keine Über-
     hitzungsgefahr besteht, kühlen selbst die größten Rennfahrer
     wie Jochen Maas ihre Motortemperarur mit einer klassischen
     Eistüte runter.


Mancher holt sich noch schnell die letzten Instruktionen per Handy, aber ob das hilft, wenn die "bella macchina" streikt? Obschon, wer's von Berlin hierher geschafft hat, wird ja wohl auch die Romrundreise überstehen, oder!?


Auf dem Marktplatz ist, wie jedes Jahr, auch diesmal wieder die technische Abnahme. Für unsere Männer natürlich suuuperinteressant, Marion und Rosi fachsimpeln lieber darüber, welcher Fahrer bei ihnen durch die Endkontrolle kommen würde.




Hilfe Mama, tu was!!! Die Tante soll mich nicht mitnehmen nach China. Von da hört man immer so komische Geschichten über ihre Kochgewohnheiten.














Chris mit seinem unendlichen Charme (zu deutsch Dickfälligkeit) schafft es natürlich mal wieder, alle auf den Teilnehmerhof einzuschleusen. Macht schon ziemlich Spass, hier so zwischen den ganzen Promis rumzuschlappen. Bisken mehr Grünflächen könnt's allerdings schon geben, so von wegen Pipi und so...





Toll, das war nicht abgemacht, dass wir stundenweise als Wachhunde vermietet werden. Sollen die doch selber auf ihre Kisten aufpassen!


So langsam füllt sich der Platz und bei den Werten hier ist allerdings langsam zu verstehen, dass zuverlässiges Wachpersonal wie wir dringend erforderlich ist.



Brescia, 17.00 Uhr, Sonne, die Frisur sitzt.....
Prinz Poldi von Bayern ist wie jedes Jahr auch 2008 wieder dabei.




Ein kurzes Fotoshooting für die Presse muss erstmal schon sein.




Aber ein echter Oldtimerfan macht dann natürlich viel lieber die Motorhaube auf und fachsimpelt mit Kennern wie Chris über das, was da so alles druntersteckt.







Ein letztes Bestaunen von Zylindern, Vergasern, Ölwannen und Lichtmaschinen, dann heisst es endlich Hauben zu und ab zur Startrampe.




Und kaum geht's los, liefern sich schon die Ersten richtig heiße Kopf-an-Kopf-Rennen. Nee, nich wirklich, aber so'n bischen Show muss schon sein.

Wenn man das jetzt wieder alles so sieht, kribbelt's ja doch so'n bischen, so von wegen, einmal dabei sein. Aber irgendwie scheitert es letztendlich doch immer wieder an dieser magischen Zahl, die da lautet 5500,- Euro Startgeld!!! Okay, so wichtig ist's auch nicht...




Eigentlich macht winken und anfeuern ja auch ziemlich viel Spaß. Und ausserdem, wenn wir mitgefahren wären, wer in aller Welt hätte dann diese fantastischen, einzigartigen, voll den Speed einfangenden Fotos schiessen sollen???




Und Prinz Poldi kriegt Marion dank seines etwas gelassenerem Tempos dann auch noch mal vor ihre Linse.




Und wieder dauert es bis in die Nacht hinein, bis alle Teilnehmer unterwegs sind und irgendwann tuckern wir ziemlich müde, aber natürlich auch wieder völlig begeistert zurück zu Pferden, Hunden, Hühnern.....

THE DAY AFTER..... verflixt, es muß doch irgendeine Möglichkeit geben, diesem Mille Miglia Sound in mich reinzuzaubern. Das hat Chris mindestens wieder eine Farbnuance grau mehr gekostet...........Klaaaus, tu was........... meinste ein demontierter Auspuff könnt's bringen?



Aber Klaus und Rosi tun was ganz anderes. Statt mir zu helfen, packen sie heute ihre Koffer und düsen einfach Richtung Heimat. Was wir ihnen allerdings unter Androhung der Kündigung unserer Freundschaft nicht verzeihen ------ sie packen ohne zu fragen die Sonne mit ein.




Aber so echte Roadsterfahrer schreckt das natürlich nicht ab. Also Phoebe, wie wär's mit einem feuchtfröhlichen Ausflug?


Piper ist bei dem Schietwetter echt im Vorteil mit ihrem Fuß-
raumplätzchen, aber doof ist Phoebe natürlich auch nicht. Die rutscht elegant rückwärts und taucht ab und zu mal wieder auf, um die Wetterlage zu peilen. Zunge raus, Mist, tröppelt noch.........




Trotz und alledem düsen wir kreuz und quer durch die Lande und immer, wenn es doch mal mehr oder weniger kurz aufhört zu pieseln, bummeln wir durch die Gassen der kleinen Dörfchen rund um den Lago Maggiore.
Heute ist ein besonderer Tag!!! Heute lernen wir auf unserem Ausflug die Lektion: Was möchte uns ein Hund, in diesem Falle Piper, in bestimmten Situationen sagen??? Also, Piper setzt sich während der Fahrt hin, das bedeutet: "Sind wir bald da?" Marion sagt Platz. Piper setzt sich wieder hin, das heißt: "Es wär wirklich toll, wenn wir bald da wären." Marion sagt Platz. Piper setzt sich wieder hin und macht zusätzlich ziemlich dicke Backen, das heißt: "WIR MÜSSEN JETZT DASEIN!!!" Marion sagt nicht mehr Platz und schafft's grad noch, die Beine breit zu machen. Leider kommt in diesem Moment auch noch 'ne Linkskurve und so verteilt sich Piper's ziemlich großes Problem über mein gesamtes Riffelblech. Mmmh, lecker!!!


Ok, Lektion gelernt! Wenn ein Hund, der supergerne stundenlang Lomax fährt, auf einmal ständig aufstehen möchte, ist ihm einfach......kotzübel!

Diese Unterrichtsstunde kostet Piper ihre schöne Reisedecke, mich meine sämtlichen Putzlappen, Marion ihre ganzen Pfötchenabwischhandtücher und Chris seine Gesichtsfarbe.

Aber nach einem kleinen "Verdauungsspaziergang" ist alles wieder fein und wir kommen trocken (von oben und von Piper) nach Hause.



Am nächsten Tag sieht sogar der Himmel mal etwas heller
aus und Piper's Bauch grummelt auch nicht mehr ganz so
laut.Also nüscht wie raus und den traumhaften Ausblick
(auf Fische und Enten) genießen.

So wird's  mal wieder  ein  schöner Ausflug und wir werden heute auch nur 2 x nass. Das ist in dieser Woche echt ein Superschnitt!



Man Marion, jetzt hat er gesagt, wir sollen hier brav warten, er holt nur mal eben das Auto und jetzt lässt er sich einfach nicht mehr blicken. Und das, wo man von euch Menschen immer so Wahnsinnsstorys von wegen Zigarettenholen und so hört. Langsam mach ich mir echt Gedanken.



Und dann taucht er plötzlich doch wieder auf und mit ihm auch diese unglaubliche Geschichte. Eigentlich wollte er sich nur diese kunstvolle Schmiedearbeit ansehen. Aber dann..... Das Tor fiel ins Schloß, es gab kein Entrinnen, eine schwarze Gestalt näherte sich langsam, hantierte mit seltsamen Geräten und.......... servierte ihm einen Cappuchino.
ACHTUNG, ACHTUNG, Kaffe macht süchtig und kann zu Wahnvorstellungen führen. Wegen weiterer Nebenwirkungen sprechen sie mit ihrem Arzt oder Apotheker!!!

Am nächsten Tag ist Chris wieder voll normal und wir schippern, natürlich im Regen, mit dem Schiffchen einmal quer übern See. Junge, Junge, an Bord weht aber echt 'ne steife Brise. Man gut, das Phoebe's Ohren ziemlich festgewachsen sind und wir ihre Pfötchen an Deck angetackert haben.





Egal, wo wir am See anhalten, es ist überall schön, nur nach 5 Tagen (fast) Dauerregen fällt es langsam allen schwer, diese Schönheit noch so richtig zu erkennen. Und so geht auch dieser Tag ziemlich nass zu Ende.


Tja, und da steht er nun, der Chef von's Janze am 6. Tag Regen und spricht jenen folgenschweren Satz. "Leute, lasst uns packen!" Und irgendwie ist keiner wirklich böse drum. Zumal der Himmel auch grad wieder noch schwärzer, als er eh schon ist, wird.

Und ihr glaubt gar nicht, wie schnell ich, als wir die Riesengewitterwolke sehen, wie'n Weihnachtspäckchen verschnürt auf meinem Hänger stehe.



Dann spielen sich dramatische Abschiedsszenen zwischen Hunden, Pferden, Hühnern und Hobbits ab, aber schließlich kriegen wir doch die Kurve und düsen durch den Monsun Richtung Heimat.

Eigentlich gießt's die ganze Strecke, aber als wir am Abend fast zu Hause sind, haben wir eine Vision, an die wir schon fast nicht mehr geglaubt haben......wir sehen die SONNE.