12. bis 30. Mai 2007           Bin dann mal eben kurz weg........!
4523 km durch Deutschland, Schweiz, Italien, Österreich und wieder Deutschland

12.05.07   Mein erste große Reise beginnt...

...und natürlich gleich anders als geplant. Eigentlich war ja gemütliches Loszuckeln so morgens ab 9.00 uhr angesagt. Okay, es giesst, stürmt und gewittert. Nehmen wir halt den Autoreisezug so abends ab 23.00 Uhr. Das ist auch viel aufregender, zumal der Himmel kohlrabenschwarz ist, als wir Richtung Hildesheim zum Verladen starten.
testbild rechts

testbild links
Die schwarze Wand verleiht mir förmlich Flügel und ratzfatz sind wir bei der Verladestation. Hurra, nur noch so 'ne Motorradtruppe drauf und dann sind wir schon dran. Und wir warten und warten und es wird schwarz und schwärzer...Super, eine Bikerin hat vergessen zu tanken!!! Aber wir kriegen ja gern 'nen nassen Hintern, also warten wir geduldig.
Unter Szenenapplaus kommt sie dann doch noch angetuckert und Chris prescht direkt hintendran die Rampe hoch. War aber im wahrsten Sinne alleshöchste Eisenbahn. Kaum bin ich festgeschnürt und die beiden zum Billardspielen in der Kneipe gegenüber, geht's auch schon los mit dem Wetterchen.

Ich hab schon Schiss gehabt, dass die Zwei die Zugabfahrt verpassen, aber dann starten wir doch gemeinsam in unseren ersten großen Urlaub. Also dieses gleichmäßige Zuckeln ist echt beruhigend, ich schlaf sofort ein und Marion liegt nach so 'ner klitzekleinen, halben Scheißegalpille bis morgens im Koma. Und Chris, tja Chris macht sich so ziemlich die ganze Nacht 'nen Kopf, ob ich friere oder aus der Verankerung hüpfe oder sonst was...


13.05.07   Um 7.00 Uhr rollen wir in Lörrach ein!

Cool, ausgeschlafen (also Marion und ich), gutgelaunt (alle), völlig ausgehungert (Marion) und voller Tatendrang stürzen wir uns erstmal auf's Frühstück und dann...
...dann muss Chris, kaum das der Zug steht, natürlich erstmal kontrollieren, ob ich die Nacht auch heil überstanden hab. Tja, Schatzi, umsonst wachgelegen, ich hab super geschlafen und bin kaum hier oben zu halten. Also, runter mit mir... Guck an, da steht ja auch glatt schon wieder der Mopedfahrer von gestern Abend und meint, dass sein Angebot noch gilt! Der wollte mich doch tatsächlich gegen sein Motorrad tauschen, großzügigerweise incl. Helm. WITZBOLD !!!

Sie haben mich nicht getauscht, also machen wir uns bei Sonne, aber ganz schön frostigen Temperaturen zu dritt auf Richtung Jura. Dieser Kanton ist das sogenannte Pferdeland in der Schweiz und das ist natürlich was für uns.

Es ist eine schöne Landstrasse, die uns Richtung Jura führt und da ahnen wir noch nicht, was für eine Strecke gleich heut auf uns wartet. Im Moment ist Marion erstmal selig, als sie in der Ferne die Berge auftauchen sieht.
Und nachdem die Berge aufgetaucht sind, tauchen auch prompt überall auf den Koppeln Pferde und viiiele Fohlen auf. Im Jura sind die Koppeln so riesig, dass man gar kein Ende sehen kann und dementsprechend können die Pferde sich fast wie in Freiheit bewegen.

Zweites Frühstück wird dann auf dem Gnadenhof eingeläutet. Hey, Wahnsinn, die Ponys sehen alle noch so frisch aus und wenn man auf die Namensschilder guckt, sind die Kameraden alle schon weit über dreißig. Muss die gute Schweizer Bergluft sein!!!

Frisch gestärkt geht's weiter zur ersten Verwandtenbesuchstation bei Chris's Tante, aber lange hält's ihn da nicht. Chris brennt's nämlich unterm Hintern, er will heuer noch bis ins Wallis, seine Eltern besuchen. Also rauf auf die Autobahn und Gas Richtung Kandersteg zur Bahnverlade. Wie, schon wieder auf'n Zug? Darf ich auch nochmal selberfahren???

Hey, lange Meter Zug für mich ganz alleine und das verwechselt Chris natürlich prompt mit 'ner Rennstrecke. Aber ein scharfer Pfiff und ein noch schärferer Blick vom Zugbegleiter verweisen ihn ratzfatz ins Schritttempo.
Hinter mir kommen dann noch so'n paar Touris angezuckelt, aber ich lass niemanden vorbei und sicher mir so nicht nur die Poolposition, sondern auch 'nen tollen Blick auf die immer schöner werdende Landschaft und ob der Gegenverkehr uns auch nicht rammt.

16.00 Uhr, wir sind in Brig beim nächsten Besuchstermin. Fängt auch alles ganz geschmeidig an, so mit mich bestaunen, kleine Runde drehen, Käffchen trinken... bis Chris den Blick gen Himmel richtet. Und ich sag euch, schwarz ist geschmeichelt. Der Besuch reduziert sich nach diesem Blick auf ziemlich genau 1 Stunde 15 Minuten und schon sind wir wieder on the road Richtung Simplon-Pass.

Man, das schraubt sich ja ganz schön in die Höhe für den ersten Tag. Wie, und dann soll ich auch noch da hinten über diese komische Brücke? Hat die mal jemand auf Stabilität getestet und bin ich überhaupt schwindelfrei? Na, wenigstens der Himmel scheint auf der anderen Seite etwas heller zu sein...

Ok, der Scheint trügt, es wird nicht heller, eher feuchter. Also weihen wir gleich am ersten Tag die tollen Leihregencapes von unserm Freund und Helfer ein. Meine beiden Insassen sind damit super verpackt und ich sau mich halt ein bisschen ein.




Puh, geschafft, mein erster Pass ist erklommen. Junge, Junge, ganz schön dünne Luft hier oben, da bleibt mir doch glatt die Puste weg und ich mag erstmal nicht mehr. 2005 Meter Höhe sind ja auch kein Pappenstiel. Also brauch ich 'ne kurze Verschnaufpause und dann geht's weiter. Huch, wo sind denn die Berge auf einmal geblieben? Na wurscht, da müssen wir jetzt durch. Lago Maggiore - Regen, Lago di Lugano - Regen, Lago di Como - trocken, ausserdem wird es nach 520 km langsam Zeit, ein Hotel zu suchen. Um 21.30 Uhr hüpft Marion unter die Dusche und ruft Chris zu, er soll schon mal fragen, wo hier 'ne Disco ist. Panik macht sich auf seinem Gesicht breit --- Hallo, Scherz, sie ist genauso kaputt wie wir!
14.05.07  Lago di Como, auch ohne Sonne traumhaft schön

Als es diesen Morgen hell wird, bietet sich uns ein toller Blick über den See und wir schwingen uns sofort auf die Strasse und kurven die Serpentinen runter nach Menaggio.



Wir düsen direkt bis auf den Marktplatz und da sehen wir sie.......unsere Wohnung. Und was steht dran: Zu verkaufen!!! Und wir haben die Tel.Nr. vom Makler, weil steht am Haus, wir haben Zeit, weil Urlaub und wir haben Lust, weil neugierig. Kurz gesagt, Besichtigungstermin ist 16.00 Uhr.
Zeit genug, um uns auf den Weg zu machen, auf der wunderschönen Panoramastrasse rund um den See zu zuckeln. So ganz trocken ist es zwar immer noch nicht, aber wir haben die Sonne einfach im Gepäck und darum macht's auch so Spass. Vor allen Dingen, weil die Italiener völlig autoverrückt sind. Überall werd ich angehupt, Daumen hoch, winke winke usw. Und so lerne ich heut auch gleich ein paar italienische Worte, die mich in diesem Urlaub noch ständig verfolgen werden: "Que bella macchina!" Für die Nichtitaliener unter euch: "Welch schönes Auto!"

Und da Chris und Marion mit ihrem perfekten Italienisch ständig Auskunft über mich geben müssen, ist die Zeit etwas knapp geworden und wir nehmen für die Rückreise vom anderen Seeufer die Fähre. Schließlich wartet ja der Makler mit unserem Schnäppchen!!!

Ok, es ist dann kein Schnäppchen und der ansonsten sehr chice, ausgesprochen nette Makler stellt sich etwas stur. Er will doch tatsächlich dieses dumme kleine Komma nicht versetzen. Und 360000,00 Euro --- da schlafen wir halt noch mal drüber. Aber voll Spass gemacht hat's.
Auf dem Rückweg zum Hotel (übrigens einen Tip wert, es heißt Hotel Merloni in Grandola mit schönem Pool und lecker Frühstück) gelange ich durch irgendwelche widrigen Umstände in weibliche Hände. HILFE! Nee, ganz so schlimm ist es nicht, aber meine Serpentinenlage testet sie schon ganz gut an. Aber da Chris ganz gelassen bleibt, wird sie mich schon heil ins Bett bringen. Schafft sie dann auch.
15.05.07  Ein neuer Tag - ein neuer Regen!

Was ist das bloß für ein äußerst hässliches Geräusch da draussen? Klingt wie Sturm, Regen und Gewitter, wenn ich nicht irre. Ich irre nicht, es ist Sturm, Regen und Gewitter. Beim Frühstücksbuffett erzählen uns alle, dass wir so doch unmöglich fahren können. Aber erstens sind wir echte Roadsterfahrer und zweitens lockt die Mille Miglia. Zu Chris seiner großen Freude haben mich die Hotelkätzchen heut Nacht gewärmt und so ein paar Tatzen sind doch nun leicht von den Sitzen wegzuputzen! Beim Tascheninmichreinpacken vermisst Marion die Werkzeugtasche. Worauf Chris nur ganz trocken fragt: "Wer hat's gebaut?" Da fährt dieser Wahnsinnige mit uns tausende Kilometer in eine ungewisse Zukunft und nimmt noch nicht mal einen klitzekleinen Schraubendreher oder so mit? Ja, spinnen denn die Schweizer?

Ja, so muss es sein --- das Gefühl, wenn sich ein Fakir auf ein Nagelbett legt, genauso piekt der Regen im Gesicht --- und die Frisur leidet trotz Dreiwettertaft auch ein bischen. Aber die gute Laune bleibt und darum hat der liebe Gott ein Einsehen und lässt den Regen langsam aber sicher versiegen.
Das Hotel, was wir uns ausgesucht haben, ist nur 13 km von Bergamo, aber in der Beschreibung stand nicht, dass genau diese 13 km nur aus Serpentinen, bzw. Tornanten bestehen!!! Chris macht daraus schon mal einen Mille Miglia-Probelauf und merkt dabei garnicht, das ich mir jedesmal meine Kotflügelinnenseite aufschrappele. Autsch! Da ist aber zu Haus 'ne Flickstunde angesagt.

Jedenfalls ereichen wir nach 'ner heißen Fahrt unser wunderschönes Hotel in einem wunderschönen Wintersportort. Habt ihr aufmerksam mitgelesen: "WINTERSPORTORT". Man nennt es im Sommer auch Ghosttown, glaub ich. Jedenfalls gibt es das nette Mädel an der Rezeption und sonst --- nothing. Keine Menschen, keine offene Kneipe, nur verrammelte wunderschöne Häuser. Hey stop, stimmt gar nicht, es gibt mittlerweile auch blauen Himmel.

Also lassen sie mich gar nicht erst kalt werden und düsen genau diese 57 Serpentinen und 32 Tornanten wieder runter zu einer kleinen Stadtbesichtigung. Das moderne Bergamo ist jetzt nicht so der Brüller, aber die Altstadt oben auf dem Hügel ist sehr nett zum Bummeln.

Für Kirche, Dom & Co ist Marion ja immer zu haben und davon gibt es hier auch wieder einige. Ausserdem finden wir hier auch tatsächlich offene Ristorantes und kommen doch noch zu einem lecker Essen.



Auf dem Rückweg zum Hotel sorgen wir dann beim Tanken noch für allgemeine Belustigung. Chris tankt also ganz normal, bezahlt ganz normal, steigt ganz normal ein und drückt völlig normal meinen Startknopf. Und ich, ich verbeiss mich an meinem Gaszug und blase mit ohrenbetäubendem Vollgas in ca. 37,7 Sekunden die halbe Tankfüllung durch. Also es hört sich zumindest so an. Und die Italiener jubeln, klatschen und pfeiffen. Aber Chris bringt mich mit ein paar Handgriffen wieder dazu, den Mund zu halten und dann machen wir uns auf den Weg zu unserem Übernachtungsdomozil. Da finden wir dann doch noch 'ne offene Dorfkneipe mit netten Italienern für einen gemütlichen Tagesausklang.
16.05.07  Lago di Iseo

Augen auf - blauer Himmel - what a feeling. Und aus unserer Hotellobby dringt uns heißgeliebtes, italienisches Palavern entgegen. Hurra, der Ort lebt und sämtliche Einwohner scheinen mit uns frühstücken zu wollen. Voll cool, da schmeckt's gleich doppelt so gut. Danach fahren wir quer durch die Berge auf einer völlig einsamen Traumstrasse bis sich der Wald etwas lichtet. Und dann liegt er vor uns......


Der Lago di Iseo! Er bietet einen einmaligen Anblick und gehört für uns mit zu den schönsten der oberitalienischen Seen. Die Strasse schraubt sich jetzt langsam runter bis ans Ufer und wir fahren bis an die schöne Uferpromenade von Lovere.



Jetzt ist bummeln, entspannen, Latte macchiato schlürfen und Aussicht geniessen angesagt und ich bleib hier einfach alleine stehen. Na wartet, das kriegt ihr wieder!!! Vor dem Café, in dem die Beiden sitzen, wird nämlich ein Parkplatz frei. Und da für Chris die schönste Aussicht immer noch die auf mich ist, saust er los und will mich holen. Von wegen! Den Schlüssel reinstecken lass ich ihn noch, aber dann streike ich einfach. Nix mehr mit Schlüssel drehen und starten. Soll er mal schön rumfummeln und Marion im Café sitzen lassen. Da sieht sie mal, wie das so ist einsam und alleine.
Na, irgendwann sammelt er sie dann doch wieder ein und sie machen sich auf die Suche nach 'nem Fläschchen Sprühöl. Finden sie natürlich auch in der Altstadt in einem klitzekleinen Krämerladen. Da gibt's aber auch echt alles.
Damit setzt Chris mir und meinem Schlüsselloch ganz schön zu und ratzfatz flutscht bei mir wieder alles, incl. meinem Gaszug, der kriegt nämlich auch gleich noch sein Fett weg.


Dann können wir unseren Ausflug rund um den See ja doch noch fortführen. Nach einiger Zeit entdeckt Marion eine schöne Liegewiese. Die ist eigentlich nur von einer Schwanenmama und zwei Schwanenkindern bewohnt. Aber irgendwie meint die Schwanenmama, das sind genug Bewohner und das macht sie uns die ganze Zeit ziemlich energisch klar.
Okay, okay, verabschieden wir uns also von diesem wunderschönen Fleckchen Erde und tuckern gemütlich Richtung Hotel. Marion ist so verliebt, dass sie am liebsten nochmal rund um den See fahren würde.

Unterwegs halten wir noch an einer Waschanlage und ich werde auf Hochglanz poliert. Schließlich ist es morgen soweit, die Mille Miglia startet in Brescia. Rein verpflegungstechnisch sind sie auch schon schlau geworden. Den Wein nehmen sie vom Supermarkt mit, die Pizza bestellen sie beim Bringdienst und das Besteck pumpen sie an der Rezeption. Und schon gibt's in einem völlig ausgestorbenen Dorf ein lecker Essen auf der Hotelterrasse. Und dann ab in die Falle, morgen ist schließlich mein großer Tag. Oh, Gottegott, Chris kann garantiert nicht schlafen.

17.05.07  Die MILLE MIGLIA in Brescia

Chris ist schon vor'm Frühstück bei mir und guckt, ob ich über Nacht Grünspan oder sonstwas angesetzt hab. Na, das mag ja heuer was werden! Wir machen uns zeitig auf die Socken, aber wenn wir an diesem elenden Trecker nicht bald mal vorbeikommen, wird das nie was!!!

Doch, doch, es wird natürlich was, wie immer, wenn die Beiden sich was in den Kopf gesetzt haben. Und vor allem wird's lustig. Typisch italienisch gibt's in Brescia nämlich alles --- nur kein einziges Hinweisschild, wo sich der Parkplatz der Mille Miglia Teilnehmer befindet. Und so kreuzen wir 1,5 Stunden mit hunderten Oldtimern durch die engen Strassen und suchen den Treffpunkt. Ist schon witzig, wie diese Riesenkisten immer wieder wenden, selbst ich hab ja schon 'nen Wendekreis wie ein Kleinlaster! Bis dahin findet Marion das alles sehr witzig --- bis zu dem Moment, wo Chris den Teilnehmerparkplatz entdeckt und einfach mit drauffährt....



Hallo, wir sind nur Zuschauer. Dieser Kerl ist echt unmöglich. Jetzt pappt er auch noch den Mille Miglia Aufkleber an mich dran. Obschon, wo ich hier schon so 'nen tollen Parkplatz hab.......Eigentlich fall ich überhaupt nicht negativ auf und fang an, mich zu entspannen. Hey, Marion, das solltest du auch tun, das tut gut!!!
Na bitte, geht doch. Wir drei geben doch echt ein tolles Trio ab, oder?! Also geniessen wir es doch einfach mal. Ich bin hier zwar bei weitem nicht der Größte, aber bei den vielen Fotografen kann man sich echt schnell so fühlen.
Und Chris ist hier sowieso voll in seinem Element. Alle wollen wissen, was ich für einer bin und so ist er mit deutsch, schwitzerdütsch, englisch, italienisch, Händen und Füßen dabei, es allen geduldig zu erzählen. Oh Mann, das kann dauern.....

Langsam bildet sich durch die Altstadtgassen eine lange Schlange der tollsten Fahrzeuge zur technischen Abnahme und wenigstens da lässt mich Chris stehen und sie geniessen den Anblick zu Fuß.

Vorbei an der Kathedrale von Brescia zieht sich die Oldie-Karawane und sie scheint nicht enden zu wollen. Thomas Gottschalk schwirrt hier auch irgendwo rum und mit ihm viele andere Promis.



Die Startnummer 658 gehört zum Beispiel Jochen Maas, er fährt diesen Mercedes SLR. Der Bugatti rechts daneben sieht im Innenraum, find ich, nicht so toll aus wie ich, aber ansonsten ist er natürlich auch ein Traum.

Vor allem der Motorraum sieht aus wie aus dem Ei gepellt. Bei so einem Anblick geht einem Oldtimerfan wie Chris natürlich glatt das Herz auf.

Nach scheinbar endlosen Abzweigungen kommt dann endlich der Platz für die technische Abnahme ins Blickfeld. Hier wird's nochmal ernst für die Teilnehmer.




Der coole Maler versteht sich und seine Kunst echt geschickt in Szene zu setzen. Aber man muss zugeben, er kann auch was. Fast genau dieses Foto erscheint übrigens auch in der nachfolgenden Motorklassik Ausgabe, kann man mal sehen, dass Marion ein Auge für gute Fotos hat.

Ein Mercedes 300 SL Flügeltürer ist auch nicht wirklich als hässlich zu bezeichnen, aber bislang bleiben Marion und Chris standhaft und bieten mich nicht zum Tausch an. Puh, Schwein gehabt!!!



Egal ob ein Alfa Romeo neben Chris oder ein Bentley neben Marion, es geht ja wohl echt nix gegen so 'nen lütschen süßen Lomax.

Langsam neigt sich der Tag dem Ende zu und so rückt der Start immer näher. Um 20.00 Uhr soll das erste Fahrzeug von der Rampe rollen.

Zeit für Chris, eine schöpferische Pause einzulegen und darüber zu sinnieren, was er als nächstes aushecken kann. Prompt fällt ihm natürlich auch was ein. Zuerst mal fahren wir die Strecke bis zur technischen Abnahme nach.

Voll das coole Gefühl, so ziemlich wichtig die Strecke abzufahren und sich als beliebtes Fotoobjekt in die richtige Position zu stellen.
Das findet Chris auch und genau darum meint er, ich hätte es verdient, einmal bei der Mille Miglia über die Start- Ziellinie zu fahren. Marion findet das überhaupt nicht, aber sie erliegt (wie immer) Chris seinem unwiderstehlichen Charme. Und ich --- ich fühl mich wie ein kleiner Sieger, als ich über's Ziel pöttere.



Na, das nenn ich perfektes Timing. Kaum hab ich meine kleine Streckenabnahme absolviert, kommt auch schon die Polizei und sperrt die Strecke für's einfache Volk. Ich hab mittlerweile einen netten Parkplatz mit Aussicht auf die Rennstrecke gefunden (falls mich jemand sucht, ich steh auf dem rechten Foto oben rechts). Gefunden? Steht natürlich wieder so ein Schaulustiger vor mir. Meine Beiden haben auch 'nen Superplatz. Na denn, von mir aus kann's losgehen.



Und dann ist's soweit. Drei - Zwei - Eins - 20.00 Uhr. Pünktlich rollt der erste Oldtimer von der Rampe und dann kommen sie auch schon an uns vorbei. All diese Alfa Romeos, Ferraris, Bentleys, Jaguars und und und............
Jetzt sitzt plötzlich keiner mehr, alle sind auf den Beinen und bejubeln jeden einzelnen. Man, muss das ein geiles Gefühl sein!!!

Hey, was ist denn mit unserem kleinen Lieblingsbugatti los? Der wird ja geschoben. Na los, komm, gib alles....! Alle schreien ihm Mut zu und das turnt ihn so an, dass er ziemlich laut lossaust und seine netten Anschieber schnell hinter sich lässt.



Und jetzt kommt er! Der Moment, wo Marion auf alle Promis und Fotoshootings verzichten muß. Bei Startnummer 84 (von 362) ist Chris nicht mehr zu halten. Marion kriegt klare Anweisungen, wie sie das Publikum zu teilen hat und Chris pirscht sich mit mir von hinten durch die Zuschauer an die Rennstrecke ran. Ein kurzer Blick --- freie Bahn, Marion darf aufspringen, zum Anhalten ist leider keine Zeit und dann....... Dann ist es da, dieses unbeschreibliche Glücksgefühl, unter tosendem Applaus mal so richtig Gas zu geben.



Marion's Knie schlottern voll, aber die braucht sie ja schließlich nicht zum Hupen und Winken. Und nach dem ersten Schock ist es einfach nur noch genial und wir drei sind völlig im Mille Miglia Fieber. Extra großen Spass haben wir dann noch mal nach ca. 40 km. Da müssen wir nämlich die Route verlassen, weil unser Hotel in total anderer Richtung liegt. Versucht euch vorzustellen: Ein Kreisel, hunderte jubelnder Italiener in der Mitte, Mille Miglia geradeaus, wir rechts raus.....

Na??? Richtig!!! Alles schreit und rudert verzweifelt mit dem Armen. Nee Leute, nicht verfahren, nur leider Feierabend für heut. Aber eins ist uns dreien klar, hier möchten wir noch mal her und die ganze Strecke mitfahren. Wenn's doch bloß mal mit dem Lottotipp klappen würde!!!

Bis 23.30 Uhr düsen wir dann noch singend und hupend Richtung Piacenza. Da finden wir dann ein feines Hotel und zum Ausklang dieses Wahnsinnstages gibt's dann noch lecker Abendbrot in Form von Pralinen und Wein.(Kneipen sind nämlich alle dicht!)
18.05.07  Von Piacenza nach Sori

Heute ist Fahren angesagt, schließlich wollen wir alle ans große Meer. Unterwegs beim Baden in diesem wunderschönen, aber saukalten Fluß macht Marion noch mal eben Bekanntschaft mit einer nicht ganz kleinen Schlange, worauf Chris nur meint:"Komm lieber raus, das ist nämlich nur das Baby, die Mutter kommt gleich.....!" Okay, überredet. Nach einem Abstecher zum Outlet-Dorf in Seravalle (hier erweist sich Chris als leicht knauserig, die schicke Jeans für Marion ist immerhin von 579,00 auf 409,00 Euro reduziert) geht's weiter eine tolle Kurvenstrecke Richtung Mittelmeer. Und dann geht's wieder los: Das erste Hotel ist Marion noch zu früh, das zweite zu teuer, im dritten Ort ist tote Hose und im vierten Hotel ist Chris der Typ zu unfreundlich. Na gut, kommt dann halt zwei Stunden kein Hotel mehr, aber wir wollten eh nicht vor 23.00 Uhr essen und das klappt dann auch. Richtig voll gesund, so mit Pizza, Muscheln, Nudeln und Wein.


19.05.07  Von Sori nach Sestri Levante

Das Hotel in Sori gestern war nett, aber heute machen wir alles besser und suchen gleich morgens eins. Klappt auch super und Sestri Levante ist ein echt schöner Ort direkt am Meer. Also Sachen aus mir raus ins Hotel rein und dann mit leichtem Handgepäck auf einer Traumpanoramastraße bis Rapallo zum Stadtbummel.



Tja, mama, da staunst du, was?! Aber hey......nur gucken, nicht anfassen!!! Nein Scherz, ich lass mich gern anfassen, aber jetzt wollen wir leider weiter nach Portofino. Leider ist der richtige Ausdruck, es geht nämlich furchtbar schleppend in einer Riesenschlange. Also kleiner Tipp am Rande, wer hinmöchte, dem können wir nur raten, es nicht am Wochenende zu tun.

Okay, die Yachten sind größer als unser Haus, ein Cappuchino und ein Saft kosten knappe 20 Euro, mein bescheidenes Parkplätzchen 10 Euro, aber sonst..... doch doch, sonst ist es echt nett hier.
Genug Luft von der großen Welt geschnuppert, jetzt lassen wir sie uns lieber wieder um die Nase wehen. Die Straße nach Portofino ist allein die Reise schon wert, es bietet sich ein Traumausblick auf Küste, Yachten, Kreuzfahrtschiffe und endlosen blauen Himmel. Und da es so viel Spass macht und wir so reisefreudig sind, fahren wir prompt noch vorbei an schönen Häfen und tollen Baumalleen bis Cinque Terre.



Cinque Terre.....Das sind fünf Dörfer an der Steilküste Liguriens, die nur durch einen Fußweg und eine Bahnstrecke mitteinander verbunden sind. Von einer Bergstraße windet sich in jedes einzelne Dorf eine enge Serpentinenstraße hinunter. Wir entscheiden uns für Manarola und bereuen es keinen Moment.

Es ist wunderschön hier und wenn man den Wanderweg an der Steilküste mit der tosenden Brandung unter sich entlang geht, wird einem klar, warum er "via dell'amore", der Liebespfad, heißt. Selbst Chris findet's jetzt mal wieder fast ein bischen romantisch!


Und wenn wir schon grad einen Anfall von Romantik haben, genießen wir noch den Sonnenuntergang am Hafen und zuckeln dann nach einem langen Sightseeing-Tag zurück nach Sestri Levante. Unser Hotel ist auch wieder so einen kleinen Tipp wert. Es heißt Hotel Marina, hat nur 2**, aber total niedliches Zimmer, supernette Leute und lecker Frühstück.
20.05.07  Relaxen und Schlemmen

Heute ist mal Faulenzen angesagt. Das fängt natürlich mit einem Vormittagsausflug zu dritt an der wunderschönen Küste entlang an..........


.............und endet, man glaubt es kaum, zu zweit am Strand. Doch, echt, Chris ist nicht nur am Strand, er geht sogar mit ins Wasser. Komisch, dass er gar keine Schwimmbewegungen machen braucht!?! Gibt's da nicht so'n Spruch?

Und für den immer wieder auftretenden Fall von Hungerattacken gibt es diese superguten Apéritif-Bars, wo man vorm Abendbrot 'ne Kleinigkeit trinken kann. Und wenn man dazu ins Café delle fiabe geht, gekommt man diesen zierlichen Anti-Pasti-Teller gratis dazu. Hammer, oder? Und wenn man danach schon ziemlich vollgefuttert noch super lecker essen gehen möchte, ist die Osteria Mattane ein heißer Tipp. Laut, italienisch, voll, wenig Touristen, einfach cool. Und für das schlechte Gewissen wegen der Kalorien bummelt man halt zum Hafen der Abendsonne entgegen......


21.05.07  Toscana, wir kommen!

Heut wollen wir mal ein paar Kilometer schaffen und darum jagt Chris mich auf die Autostrada ---- in die falsche Richtung. Aber wenn jetzt einer glaubt, er zahlt doppelt, nee nee. Kurz vorm Kassenhäuschen reißt er urplötzlich mein Steuer rum und wir düsen Richtung Lucca. Natürlich nicht, ohne am Autogrill (das sind die ital. Autobahnraststellen, unbedingt mitnehmen) einen Cappuche zu trinken. Derweil bestaunt mich 'ne komplette Schulklasse und weil ich mich doch so gern bestaunen lasse............. spring ich nicht mehr an. Jedenfalls nicht, bevor mich nicht alle mit Klatschen, Johlen und Pfeiffen anfeuern.


Ich rolle dann also in meiner bekannt zuverlässigen Art weiter Richtung Süden und verlass die Autostrada an der Abfahrt Aulla. Kaum unten, entdeckt Marion einen Wegweiser zum "Lago di Vagli". Da hat sie echt ein Auge für, wieder eine Traumstraße an einen Traumsee. Und wo eine Ente parkt, lassen die anderen nicht auf sich warten. Nach einem Mittagspäuschen ohne Baden (wegen Riesenfischen am gesamten Ufer) düsen wir direkt bis zur Pension Del Elisa kurz vor die Altstadtmauer von Lucca. Völlig alt, Riesenzimmer, alles wackelt, Dusche auf'm Flur, müßt ihr unbedingt finden.....



Von hier geht's zu Fuß, sprich ohne mich, weiter durch die schöne Altstadt von Lucca. Sie ist umschlossen von einer eindrucksvollen 4,2 km langen und 12 m hohen Stadtmauer, auf der man wunderbar flanieren kann. Einen Restauranttipp gibt's hier natürlich auch wieder von den Beiden. Wenn man besagte Pension Del Elisa tatsächlich gefunden hat, geht man einfach ca. 20 m Richtung Stadtmauer an dem ersten Ristorante vorbei und nimmt das zweite, Superpizza und das Frühstück ist auch klasse.

22.05.07  Lucca - Florenz - Siena

Es treibt uns weiter Richtung Süden und mit hinter die Scheibe ducken bring ich es auf 132,7 km/h. Ratz fatz sind wir in Firenze und im totalen Verkehrschaos findet Chris einen netten Parkplatz für mich, völlig kostenfrei. In diesem Moment parkt 2 Plätze weiter vorne ein Auto aus, rumms vorne gegen, bumms hinten gegen. Was glaubt ihr, wie schnell ich in einer Touriparkgarage für 5 Euro pro Stunde stehe?!?
Erster Sightseeingpunkt ist natürlich der Neptun Brunnen an der Piazza della Signoria. Es gibt hier ja wirklich schöne Gebäude, Brunnen, Brücken, aber gibt's hier eigentlich auch Italiener? Alter Schwede, ist das voll hier. Und darum finden wir es auch ziemlich schade, dass diese bestimmt sehr schöne Stadt durch diese Menschenmassen sehr viel von ihrem Charme einbüßen muß.

Aber trotz allem lassen sie mich hier in meiner Tiefgarage schmoren und gucken sich bei 34° tapfer die bekanntesten Sehenswürdigkeiten an. Sie nehmen halt die Nebengassen, da bleibt man wenigstens nicht stecken.

Am beeindruckendsten sind in allen italienischen Städten jedoch immer wieder die Rollerparaden in jeder Strasse. An denen gemessen muß es eigentlich doch ziemlich viele Italiener in Firenze geben. Auf der Ponte Vecchio auf dem Foto unten gibt es auf alle Fälle viiiel Goldschmuck.



Marion hat für Florenz eigentlich noch viel auf dem Programm, aber dann macht ihr Kreislauf schlapp. Irgendwie sind Chris und ich nicht furchtbar traurig darüber, wir sind nicht so diese Massentouristenansammlungsfreunde. Also karren wir Marion erstmal aus dem Chaos raus in die nächste Cafébar und mit einem Latte Macchiato und dem Versprechen auf einen Badesee kriegen wir sie schnell wieder flott.

Und mal ehrlich! Was ist Florenz gegen diese wunderschöne Landschaft der Toscana? Und wer hat schon das unbeschreibliche Glück, sich völlig relaxed vom Lomäxchen aus einen Blumenstrauß zu pflücken?
Den versprochenen Badesee finden wir heut irgendwie nicht, schon allein deswegen, weil sich diese gefährliche Bestie förmlich vor meinen Kühlergrill schmeißt und nicht bereit ist, den Weg freizugeben.

Aber da Chris ja bekanntlicher Weise der größte Schatz der Welt ist, checkt er uns zum doch ziemlich heftigen Preis in der "Villa Veronica" kurz vor Siena ein. Wenn schon kein Badesee, dann wenigstens ein toller Pool! Um 16.32 Uhr Ankunft, um 16.37 Uhr Marion voll glücklich, weil nass.

So erfrischt und ausgeruht machen wir uns dann noch zur Erkundungstour nach Siena auf. Hier gefällt es uns schon wieder besser. Bei angenehmen Temperaturen und im warmen Abendlicht können wir den Tag noch wunderschön ausklingen lassen.



Und wo kann man das schöner als auf der Piazza del Campo, wo man einfach so auf dem abschüssigen Platz daliegen kann und zusieht, wie der Rathausturm langsam seinen langen Schatten über den Platz wirft.

23.05.07  Eigentlich ein Erholungstag!!!

Nach einem ergiebigen Frühstück (also wie immer) und einem kurzen enginecheck (völlig unnötig) cruisen wir gemütlich über die Weinberge und lassen alles auf uns wirken. Und es wirkt einfach traumhaft. Wir fahren und fahren und merken gar nicht, wie die Zeit vergeht.



Ratz fatz ist es Mittag und wir kehren in Pietralitta in eine gemütliche Dorfkneipe ein. Treffer.... Inhaber ist ein deutsches Auswandererehepaar. Eigentlich hatte sich Marion heute einen erholsamen Poolnachmittag gewünscht, aber jetzt ist erstmal klönen angesagt, gebadet werden kann auch später....


Weiter geht's über kleine Nebenstrassen, vorbei an Weingütern, wo man natürlich unbedingt eine Pause für eine Weinprobe einplanen muss. Leute mit "normalem" Auto können sich hier mit dem furchtbar leckeren Chianti und natürlich Olivenöl eindecken.



Danach schlägt meine große Stunde beim Offroadtraining und bis auf 2 kleine Aufsetzer meistere ich das echt gut. Wundert mich schon etwas, dass Chris mir erlaubt, hier langzufahren, wo er doch sonst so'n bisschen pingelig mit mir ist!!!


Hallo...!!! Was ist das denn? Chris bezeichnet es als Gewitterwolken, Marion nennt es liebevoll Schönwetterbewölkung. Na, ich will ja nicht parteiisch sein, aber wenn mich einer fragen würde........


Nach einer schönen Heimfahrt in die Abenddämmerung hinein stellen wir dann doch gemeinsam fest: ES WAREN GEWITTERWOLKEN !!! Ich finde, man kann Chris ziemlich gut ansehen, wie stolz er darauf ist, dass er Recht hatte. Auf alle Fälle verschwindet er nach diesem doch sehr gelungenen Schnappschuss unter der Dusche und Marion...... geht in den Pool. Es war schließlich so abgemacht, da kennt sie ja nix.

24.05.07  Siena - Maranello - Lago di Garda

Morgennebel liegt noch über den Hügeln, als die Beiden mich wecken. Wie sagt Chris doch immer: "The early bird catches the worm!" Toll, ich mag gar keine Würmer, ich mag ausschlafen! Nein Scherz, ich bin auch fit und freu mich auf einen neuen, schönen Urlaubstag.



Der führt uns zuerst nochmal durch die toskische Landschaft und jetzt finden wir auch bald einen von Marion's heißersehnten Badeseen. Und wer ist der winzige Punkt da mitten drinne? Kaum zu glauben, langsam kommt er auf den Geschmack. Kaum liegt er allerdings in der Sonne und Marion breitet das Picknick aus, hat er einen von seinen gefürchteten Geistesblitzen. Auf dem Weg Richtung Norden kommt man (fast) durch Maranello und in Maranello ist das Ferrari-Museum. Also mal ehrlich ,wen hält's da noch am so 'nem doofen Badesee.


Mich und Chris nicht und Marion ist somit überstimmt. Ab auf die Piste bei mörderischen Temperaturen. Die Weinhügel verwandeln sich langsam in Getreidefelder, ciao Toscana. Da das Museum laut Reiseführer nur bis 18.00 Uhr auf hat, müssen wir ganz schön Gas geben, klappt auch bis zum Zahlhäuschen. Dort würgt mich Chris ziemlich unsanft ab und ich finde, dass ist ein guter Grund in Streik zu treten. Marion tut mir ja so ein bisschen leid, wie sie mich aus der Schlange schieben muss, aber Chris braucht mal einen Denkzettel. So geht man mit mir nicht um. SO NICHT!!!
17.17 Uhr   Ankunft direkt vor dem Ferrari-Museum

Ich finde, das Pferdchen steht mir gut, oder!? Cool, Chris hat sich verguckt, in den Sommermonaten ist bis 19.00 Uhr geöffnet, also Zeit genug, sich alles in Ruhe anzusehen. Und das machen sie dann auch.




Das Holzmodell oben links ist ja ganz schick, aber die echten und davon besonders die alten Wagen haben doch etwas mehr Charme. Und für Marion ist es immer wieder faszinierend, wie spannend und lustig Chris zu allem was erzählen kann.



So eine gewisse Ähnlichkeit mit mir lässt sich ja nicht leugnen, aber so einen Riesenheckspoiler hab ich schon mal überhaupt nicht nötig. Der Fahrersitz sieht auch nicht grad bequem aus, ich hoffe, da sehen sie mal, wie gut sie es mit mir getroffen haben!


Okay, meine Auspuffanlage ist zugegebener Weise nicht ganz so protzig, aber mal ganz im Ernst, so skeptisch wie Prost und Co brauchte mein Fahrerteam noch nie aus der Wäsche zu gucken.





Man, je weiter sie gehen, um so prolliger werden die Kisten. Aber was nützen 12 Auspuffkrümmer, wenn man für die Bedienung des Cockpits erst jedesmal auf die Bedienungsanleitung gucken muß. Da lob ich mir doch mein winziges, kleines, einzelnes Instrumentchen und keiner kann sich vergucken. Wie Chris ja immer sagt, weniger ist mehr.





Das ist jetzt also die Granate von Michael Schumacher. Mmmhhh, wenn ich's so ganz ehrlich sagen soll, ist das schon beeindruckend, aber aussuchen würden Marion und Chris sich garantiert den süßen Ferrari 166 MM (steht natürlich für Mille Miglia) auf dem Foto unten. Sie haben halt diesen Oldie-Spleen. Na Gott sei Dank, sonst würde ich wohl kaum bei ihnen eingezogen sein!





Ich glaube ihnen ja, dass das da drinnen superinteressant ist, aber langsam können sie mal wieder rauskommen, mir wird echt langweilig. Und dann ist da immer noch die Angst, dass sie mich tauschen wollen, aber wer zahlt schon den Aufpreis von so einem preiswerten Ferrari zu mir???



Da hat uns der Herr Enzo Ferrari ja wirklich ein sehr interessantes Vermächtnis hinterlassen. Hier muss jeder Autofan, der durch Italien tourt, unbedingt eine Pause einplanen.

Eigentlich wollen wir hier irgendwo übernachten, aber irgendwie sind wir noch so gut drauf, dass wir heut noch den Gardasee erreichen möchten. Also zuckeln wir einfach durch die jetzt superangenehme Abendluft und sind um 21.00 Uhr in Peschiera. Als wir in einem netten, preiswerten Hotel eingecheckt haben, merken wir, dass hier nur deutsche Teenies und Punks wohnen. Cooler Schuppen, mich finden sie jedenfalls voll geil!

25.05.07  Von Peschiera nach Arabba in die Dolomiten

Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!!! Morgens 8.30 Uhr, wir drei sind kurz vorm Kollabieren, so schwül ist es und die Wettervorhersage meldet schwere Unwetter am Gardasee. Ok, ok, keine 3 Tage Badeurlaub, statt dessen Leute ins Zimmer, Klamotten in Taschen, Taschen in mich (hinten), Leute in mich (vorne) und ab zur nächsten Waschanlage. Leicht staubig am Lago di Garda flanieren ist nämlich nix für meinen Fahrer. Und so auf Hochglanz poliert ------- spring ich wieder nicht an. Irgendwie komm ich mit diesem südländischen Klima nicht klar! Aber die Strasse ist leicht abschüssig und Chris hat gut gefrühstückt, also kommen wir doch noch los.


Die Strecke entlang dem See ist wunderschön, aber diesmal glaubt auch Marion nicht mehr daran, dass die Wolken hinter uns als weit entfernt zu bezeichnen sind. Und darum holen sie uns auch kurz nach diesem Foto in dieser wildromantischen Schlucht ein. Am Ende der Schlucht gibt es eine Autowerkstatt mit offenem Tor..... was glaubt ihr, wie schnell wir da drin sind!? Machen wir halt 'nen kurzen Boxenstopp, ziehen uns trockene Klamotten an, fachsimpeln mit den netten Automonteuren und fahren nach dem Gewitter in aller Ruhe weiter. Nur die Autowäsche vorhin war für'n A...., sorry, ich mein umsonst.



Auf unserer Weiterfahrt kommen wir nach einem Weilchen an einen der schönsten Seen der Dolomiten, den Karersee. Er fällt besonders durch seine smaragdgrüne Farbe auf und trotz leichtem Nieselregen ist er einen Spaziergang wert. Eigentlich war hier ja ein romantisches Candlelightpicknick geplant, aber ein nasser Hintern pro Tag reicht uns. Schade!


Und dann geht's rein in die zerklüftete Welt der Dolomiten. Die Sonne kommt raus und wir schrauben uns immer höher in die Felsen. Juchhu, ich hab das Gefühl, ich fahr direkt in den Himmel. Marion sucht 'ne tolle Passrundstrecke aus: Sella Joch - Grödner Joch - Passo de Campolonno. Und ich düse düse düse düse im Sauseschritt - und nehm die Liebe mit - auf meinem Himmelsritt.....! Hey, voll das passende Lied für uns.



Man, das ist ja mal wieder ein aufregender Tag. Am späten Nachmittag fahren wir durch Arabba und entdecken ein schickes Wellnesshotel. Und das mit mir alter Dreckschleuder. Aber wurscht, so flink war Marion schon lange nicht mehr am Einparken. Ich glaub, so'n bisschen Wein, ein bisschen mehr Pizza und noch ein bisschen mehr Wellness würden uns jetzt echt gut tun. Und das geniessen wir heute Abend auch so richtig.



26.05.07  Arraba im Giro d'Italia - Fieber und wir mittendrin

Ganz ehrlich, wir lieben italienisches Temperamento, nee wirklich, nur nicht unbedingt um 5.30 Uhr. Circa um diese Zeit bricht plötzlich draußen das Chaos los. Rollo hoch, Blick runter, was ist das denn??? Wir erfahren's von unserer Wirtin. Dienstag kommt hier die Giro d'Italia durch und heut ist dafür der Statistenprobelauf. Über Nacht gibt's hier direkt unter unserem Fenster die Ziel/Startlinie, Buden, Lautsprecher und 1178 Rennradfahrer. Ok, ab unter die Dusche und vor'm Frühstück den Start angucken. Der ist um 8.00 Uhr und die Stimmung ist italienisch mitreißend. Mal sehen, ob wir die nach dem Frühstück wieder einholen.



Nachdem der Moderator seinem Redeschwall zu Folge jeden einzelnen persönlich verabschiedet hat, machen wir uns an die Verfolgung. Mist, nach einigen Kilometern haben sie doch tatsächlich die Straße gesperrt. Aber so'n echter Schweizer Gebirgsjäger gibt so leicht nicht auf und wir pirschen uns über den Passo Pordoi an. Damit haben wir von der Landschaftsschönheit wieder einen echten Treffer gelandet.



Und weil ich so ein flinkes Kerlchen bin, bleibt sogar noch Zeit für ein Cappucchinopäuschen und ein bisschen Fotospaß mit diesem netten Amerikaner. Reingekommen ist er ja noch in mich mit seinem steifen Bein, aber raus hatten wir echt alle unseren Spaß.



Auf dem Passo Giau sind wir dann plötzlich voll im Geschehen und werden bejubelt, als würden wir Drei grad höchstpersönlich die Giro d'Italia gewinnen. Da kommt gleich wieder ein bisschen Mille Miglia Feeling auf.

Die Radler kriegen 'ne Vitaminspritze, Marion 'ne Brotzeit, Chris 'nen Cappuche und ich.... werde mal wieder nur dekorativ hingestellt. Aber die Pause brauch ich auch, jetzt wollen wir nämlich versuchen, bergab an so einem Radler dranzubleiben. Und ich kann euch sagen, keine leichte Aufgabe. Bei über 75 km/h wird's sogar Chris zu heiß und Marion braucht eh schon ein Beißholz!



Dass das für uns leicht deprimierend ist, brauch ich ja wohl nicht weiter erwähnen. Aber auf jedes Tief folgt ja bekanntlich ein Hoch. Bei uns kommt das in Form dieser voll durchtrainierten Motorradfahrer, die es nicht geschafft haben, an uns vorbei zu kommen. Dafür musste ich aber auch alles aus mir rausholen, so mit quietschenden Reifen und so. Chris ist stolz um mich, Marion ist blass um die Nase! Und mir hat's voll Bock gemacht.



Beim nächsten Stopp stellen mich dann die Verfolger und sind völlig faszieniert von meiner geschmeidigen, windschnittigen, aerodynamischen Form, meinem brüllenden Motor mit dieser ungezügelten Leidenschaft, meiner heißen ...... ok, ok, ist ja schon gut, kurz gesagt, sie finden mich ganz niedlich! Und auch die Tierwelt der Dolomiten ist ebenso verdutzt wie neugierig.



Wir machen von hier noch einen wilden Schlenker über Cortina d'Ampezzo, hätten wir uns aber gut schenken können. Wieder so ein typischer Wintersportort, d.h. tote Hose. Dafür ist der Rückweg über den Passo Falzaroge wieder traumhaft schön. Hier ist Chris dann auch endgültig fällig für eine Wanderung, aber ich glaube, das ist keine Strafe bei dieser Landschaft.



Beim Hotel rauschen immer noch die Radler über die Ziellinie, als wir wieder in Arabba ankommen. Ganz so ausgepumpt wie die sind wir ja ehrlich gesagt nicht, aber so ein Whirlpool zur Muskelentspannung kann auf alle Fälle auch Wanderern nicht schaden. Und kaum relaxen die Beiden, geht draußen mit Sturm, Regen und Hagel die Welt unter. So was nennt man, glaub ich, perfektes Timing.


27.05.07  Was für eine nette Wirtin!!!

Es gießt immer noch und beim Frühstück meint unsere Wirtin: "Ich werf ja nicht gern Gäste raus, aber ab morgen soll es....SCHNEIEN!!! Och nee, nicht das auch noch. Also kurze Lagebesprechung, dann setzt Plan B ein. Und der heisst Packen. Um 9.58 Uhr zeigt sich der Himmel dann doch kurz in unserer Lieblingsfarbe.





Schade eigentlich, hier hätten wir's echt noch so 2-3 Tage aushalten können. Falls mal jemand hier lang kommt, unbedingt vormerken: www.garnilaura.it. Wir jedenfalls starten vorsichtshalber mit Regencapes ausgerüstet Richtung Norden, auch wenn wir gern noch ein Gläschen Wein mit unseren netten Salzburger Miturlaubern getrunken hätten.

Das Wetter ist uns erst auch gut gesinnt und so starten wir trocken über den Passo de Campolonno Richtung Brunneck. Ein letztes Mal geniessen wir diese traumhafte Gegend und fahren durch malerische Schluchten. Und da schreit Marion plötzlich: "Halt, halt, da unten in der Schlucht laufen welche rum, da will ich auch hin!!!"


Und wie das so ist mit den Frauen, erst will sie hin und jetzt klammert sie sich an Chris und hat die Hosen voll. Und das nur, weil dieser wunderschöne "Wanderweg" aus freischwebenden Gitterrosten besteht und ziemlich hoch und noch ziemlicher wackelig ist. Wer hatte eigentlich diese blöde Idee und wer kann diesem Schweizer mal sagen, dass seine Sprüche nicht witzig sind?



Am Ende dieses kleinen Spazierganges bilden sich dann auch langsam wieder Knochen in Marion's Körper und wir können unsere Fahrt parallel zur Autobahn über den Brenner bis Innsbruck fortsetzen. Schnell ein Foto von der Berg Isel Sprungschanze und schon packt uns urplötzlich ein heftiger Hagelguss, kurz aber schmerzhaft. Also nicht für mich, ich bin ja nicht so empfindlich.




Über Zierl geht's weiter Richtung Mittenwald. Wir nehmen allerdings den kleinen Umweg über Leutasch, da die Strecke als besonders schön beschrieben ist. Stimmt auch und am Ortsausgang im Gasthof zur Brücke gibt's superleckeres, preiswertes Essen. Richtung Walchensee und Kochlsee weichen die Berge langsam einer sanften Hügellandschaft. Das war's dann wohl erstmal mit Kurvenheizen.


Chris ist mittlerweile eingefallen, dass er am Starnbergersee ein Superhotel kennt. Also, nix wie hin. Je näher wir Starnberg kommen, umso leiser wird der Chef allerdings. Und nun stehen wir hier in dem Luxusörtchen und unserem Schätzchen fällt ein, dass besagtes Hotel am Tegernsee steht, ups. Folgende Situation: Nur teure Hotels, Hunger, Durst, müde, dicke schwarze Wolken. Tja, Spycher, das nennt man wohl Pechregelung. Also einchecken, chic machen und ab an die Promenade. Da park ich direkt neben Porsche, Mercedes, Jaguar und Co. und wen gucken die Leute an: MICH!



28.05.07  Heut wird es echt feuchtfröhlich

Grau, Nebel, Regen.... so empfängt uns der nächste Morgen. Zeit, um hoch über den Dächern von Starnberg ein tolles Wellnesscenter zu besuchen. Aber nach 4 Stunden wird es auch hier langweilig und Chris fährt mich einfach ins Eingangsportal. Da können wir uns in Ruhe regenfest verpacken und brechen dann Richtung Heimat auf. Bei einem Mix aus Regen, Sturm und Hagel kämpfen wir uns tapfer bis zur Raststätte Geiselwind durch, aber dann haben wir auch die Backe dicke. Hotelmäßig landen wir wenigstens wieder einen Treffer.



29.05.07  Dreht mal bitte einer den Wasserhahn zu !!!

Heute kommt's echt waagerecht und wir beschließen alle drei, hier einen Boxenstopp einzulegen. Eigentlich geht's uns hier doch ganz gut. Ich hab einen tollen Carport, Marion und Chris noch viel mehr. Sauna, Hallenbad, Billard, Spielhalle, Massagestühle, coole Truckerkneipe, Countrymusik, Cocktails ...... da ist ein Tag fast zu kurz. Ein Klasseort für eine Regenpause, die waren sogar so nett und haben uns ein Einzelzimmer mit französischem Bett zum Sonderpreis gegeben. Also voll der Geheimtipp!

30.05.07  Geiselwind - Letter

Hurra, der Himmel hat uns wieder lieb. Und so wird Marion von den warmen Sonnenstrahlen geweckt, aber leider....... liegt sie allein im Bett. Ja, was denkt sie denn??? Bei so einem Wetterchen ist Chris natürlich schon längst mit mir an der Waschstrasse und macht mich fein. Und nachdem ich wieder glänze und die Sonne fast so viel lacht wie meine beiden Insassen, düsen wir bestens gelaunt los.


Nach einem kurzen Stück Autobahn überlegen wir uns, dass das ja heut eigentlich noch Urlaub ist, was also suchen wir auf der Autobahn??? Nix wie runter und quer durch's Land. Auch wenn die Berge hier nicht so hoch und die Strassen nicht so kurvig sind, es ist trotzdem eine schöne Strecke durch's Weserbergland. Zum Mittag sind wir dann in Bodenwerder und nach einem schönen Bummel entlang der Weser machen wir uns an die letzte Etappe.


4523 km neigen sich den Ende zu

Und weil Chris noch so voll im Urlaubsfeeling ist, rauscht er prompt an meiner Garage vorbei. Hallo, brrrrr, stopp, ruhig Brauner...... nix hilft. Er fährt einfach zu Hause vorbei und wir landen in der Bavaria Alm. So einen Hammerurlaub muß man halt in aller Ruhe bei Brezn und Radler ausklingen lassen und noch ein bisschen träumen. Und träumen werden wir bestimmt noch ganz lange von unserer tollen Europareise.